“Der Sozialstaat blutet aus!”
26.08.08 (Allgemein)
Eine neue Studie der Universität Duisburg-Essen offenbart Erschreckendes: Die Löhne von GeringverdienerInnen in Deutschland sind in den letzten 10 Jahren um fast 14 % gesunken – und das sogar im Aufschwung.Die Studie belegt, wie sich die realen wie die nominalen Einkommen in den vergangenen Jahren auseinanderentwickelt haben. Die Wissenschaftler ordneten die ArbeitnehmerInnen nach der Höhe ihres Gehalts in vier Gruppen ein und konnten auf diese Weise mitverfolgen, wie das untere Viertel in den vergangenen Jahren um 13,7 % nach unten abstürzte, während insbesondere die Gehälter von BesserverdienerInnen mit Vollzeitstelle teilweise um 10 % emporkletterten.
Obwohl das reale Lohnniveau in den letzten zehn Jahren minimal gestiegen ist, sorgt die Verteilung der Einkommen zuungunsten der NiedrigverdienerInnen für immer mehr existentielle Nöte. Besonders Mini- und TeilzeitjobberInnen aber auch GeringverdienerInnen mit Vollzeitstelle können von ihrem Einkommen kaum mehr leben. Und genau diese Arbeitsverhältnisse hat der Staat unter der Hartz-IV-Reform gefördert. Aus immer mehr gering bezahlten Arbeitsverhältnissen werden auch immer weniger Sozialabgaben gezahlt. “Der Sozialstaat blutet aus”, kommentiert Gerhard Bosch die Situation in dem Artikel der FR.
Die neuen Ergebnisse untermauern die Forderung des DGB nach gesetzlichen Mindestlöhnen. Denn das Problem dieses landesweit extremen Lohndumpings besteht in kaum einem anderen europäischen Land so massiv wie in Deutschland. Soziologe Gerhard Bosch: “Fragt man in Dänemark Beschäftigte, ob sie von ihrem Lohn leben können, dann verstehen sie die Frage noch nicht einmal”.

